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Bio-Lebensmittel in der Schul- und Kindergartenverpflegung

Bio-Lebensmittel genießen den guten Ruf gesünder und nachhaltiger zu sein als „normale“ Lebensmittel. Aber wo liegt der genaue Unterschied und was hat es mit den ganzen Siegeln und Zertifizierungen auf sich?

Die verschiedenen Zertifikate

Wer heute vor dem Supermarktregal steht oder auch auf die Speisekarte blickt, wird überschüttet mit verschiedenen Zertifikaten und Auszeichnungen. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir euch hier einmal kurz zusammengefasst, was eigentlich hinter dem offiziellen BIO-Siegel steht mit welchem unsere Bio-Menüs deklariert sind.

Viele weitere Zertifikate und deren Bedeutung findet ihr hier!

Das Bio-Siegel

Das Bio-Siegel gibt es seit mehr als 20 Jahren! 2001 wurde das sechseckige Zeichen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für Verbraucher eingeführt.

Im folgenden Video der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist das Siegel und was dahinter steht genau erklärt:

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft – YouTube

Was macht den wesentlichen Unterschied von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft aus?

Die wesentlichen Unterschiede zur konventionellen Landwirtschaft liegen in erster Linie darin, dass die ökologische Landwirtschaft auf einen natürlichen Anbau und artgerechtere Haltungsformen setzt.

Die genauen Bestimmungen hierfür regelt in der Europäischen Union einheitlich die EU-Ökoverordnung.

So werden beim Pflanzenschutz zur Schädlingsbekämpfung z.B. nur natürliche Pestizide eingesetzt. Als natürliches Pflanzenschutzmittel werden dabei Stoffe mit pflanzlichem, tierischem oder mineralischem Ursprung wie z.B. Schwefel, Bienenwachs oder Pflanzenöle verwendet. Die ökologische Landwirtschaft zeichnet sich zudem durch einen regelmäßigen Fruchtwechsel, den Anbau von robusten Pflanzensorten ohne Gentechnik oder den Einsatz von Nützlingen, welche die Pflanzen zusätzlich von Schädlings- und Unkrautbefall schützen, aus. Auch Medikamente, wie z.B. Antibiotika, dürfen Tieren in der ökologischen Landwirtschaft nicht prophylaktisch verabreicht werden. Das Tierwohl steht hier im Vordergrund! Grundsätzlich haben Tiere aus der ökologischen Landwirtschaft mehr Platz als Tiere aus der konventionellen Landwirtschaft. So hat ein Schwein aus der ökologischen Landwirtschaft fast doppelt so viel Platz und zusätzlich Auslauf im Freien als Schweine aus der konventionelle Tierhaltung. (Quelle)

Die konventionelle Landwirtschaft

Die konventionelle Landwirtschaft

In der konventionellen Landwirtschaft setzen die Landwirte häufig auf sogenannte Monokulturen im Obst-, Getreide- und Gemüseanbau und auf große Tierbestände. Diesen werden dann häufig prophylaktisch Antibiotika verabreicht und zum Schutz der Pflanzen chemisch-synthetische Pestizide genutzt.

ABER: Auch hier gilt wie bei allem: Die Menge macht das Gift und in Europa gelten für den Einsatz von Pestiziden und Medikamenten strenge Regeln.

Durch diese Strengen Regel sind die Pestizidrückstände auf deutschen Lebensmitteln kaum nachweisbar. Bei nur 3,2% der Lebensmittel aus der Konventionellen Landwirtschaft lagen die Werte bei der letzten Untersuchung über dem Rückstandshöchstgehalt. In der Ökologischen Landwirtschaft wurde dieser Wert bei 0,8% überschritten. Doch der Mix der verschieden Pestizide, welche vor allem in der Konventionellen Landwirtschaft verwendet werden und die daraus resultierenden Folgen für den Menschen, sind bisher noch nicht ausreichend Untersucht. (Quelle)

Auch gibt es bisher gibt leider noch zu wenige Studien dazu ob die verabreichten Antibiotika auch auf den Mensch Auswirkungen haben. Was allerdings festgestellt werden konnte ist einen höhere Belastung von antibiotikaresistenten Keimen bei Produkten aus der konventionellen Landwirtschaft was vermutlich unteranderem an den strengeren Regeln der Ökologischen Landwirtschaft liegt. (Quelle)

Monokulturen sind aufgrund der damit verbundenen Spezialisierung der Bauern sehr viel einfacher zu handhaben. So muss ein Bauer nur eine Erntemaschine oder ein Pestizid für alle Pflanzen kaufen. Trotz alledem haben Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft grundsätzlich nicht mehr oder weniger Nährstoffe als Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft und sind dadurch mehr oder weniger gesund. So enthält Milch aus der konventionellen Landwirtschaft z.B. 70% mehr Jod als Milch aus der ökologischen Landwirtschaft. Grund dafür ist u.a. das Kraftfutter, welches die Kühe zu fressen bekommen. (Quelle)

Die Felder und Plantagen benötigen allerdings aufgrund der Monokulturen häufig künstlichen Dünger, da der Boden durch die immer wiederkehrende Pflanzfolge den Pflanzen nicht mehr die nötigen Nährstoffe bieten kann. Dadurch kann der Boden weniger CO2 aufnehmen als ein Bioboden, was sich wiederum negativ auf die Ökobilanz der konventionellen Landwirtschaft auswirkt. (Quelle)

Beim Anbau in der konventionellen Landwirtschaft  ist es zudem erlaubt im gesetzlichen Rahmen genveränderte Pflanzen zu nutzen. In Deutschland sind die hierfür geltenden Bedingungen allerdings sehr streng, weshalb aktuell nur zwei genveränderte Nutzpflanzen für den menschlichen Verzehr kommerziell angebaut werden dürfen (Quelle)

Doch jede Medaille hat zwei Seiten

Auch wenn die ökologische Landwirtschaft viele Vorteile mit sich bringt, hat diese Medaille auch eine zweite Seite. So wirken die Biopestizide, wie z.B. Kupfer, welches Wein, Kartoffeln oder verschiedene Obstorten vor Pilzbefall schützen soll, sehr breitflächig und können damit auch anderen Lebewesen schaden. Im Gegensatz dazu wirken die chemisch-synthetischen Pestizide sehr gezielt und haben daher einen geringeren Einfluss auf das Ökosystem. So kann es z.B. sein, dass durch die Behandlung mit Kupfer die Konzentration des natürlich vorkommenden Elements soweit steigt, dass Regenwürmer und andere Lebewesen die Flucht ergreifen und so die Artenvielfalt, welche eigentlich für die ökologische Landwirtschat steht, zerstört wird.

Der allgemein hohe Bedarf an Lebensmitteln sorgt leider auch dafür, dass Bio-Bauern auf Masse setzen müssen, um diesen Bedarf zu decken. Durch den höheren Platzverbrauch wird im Verhältnis zur konventionellen Landwirtschaft dadurch allerdings auch mehr Strom und Wasser pro Tier verbraucht, um die gleiche Menge an tierischen und pflanzlichen Produkten herzustellen. (Quelle)

Das Fazit

Beide Formen der Landwirtschaft haben ihre Vor- und Nachteile und wer Bio-Produkte kauft, tut auf jeden Fall etwas für den Tierschutz und die Umwelt. Optimalerweise wird auf eine abwechslungsreiche und regionale Ernährung gesetzt, so wie wir es bei vitesca menü tun, wie z.B. mit unseren Kartoffeln und unserem Vollkorn-Quinoa. Deshalb findet ihr auch jeden Tag getreu unserer Firmenphilosophie „mehr Vitamine, mehr Gesundheit, mehr Geschmack“ mindestens eine vegetarische Alternative auf unserem Speiseplan. Das passende Rezept zu unserem BIO-veggie-Gericht „Farfalle mit Tomaten-Rucola-Soße, Eisbergsalat und italienischem Dressing“ am Freitag findet ihr hier.

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