Bloß kein Pangasius: Warum Hering und Makrele und Co. viel besser sind

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Fisch ist gesund, das weiß inzwischen jedes Kind. Eltern wissen es noch besser und erinnern sich an die vielen guten Inhaltsstoffe, die im Fisch enthalten sind. Doch was, wenn die kleinen Feinschmecker das gesunde Fischgericht verweigern? Die Lösung hieß lange: Pangasius. Der asiatische Zuchtfisch klingt nicht nur interessant, sondern schmeckt überhaupt nicht nach Fisch! Doch die vermeintlich gesunde Mahlzeit ist eine Mogelpackung. Gute Küchen kehren deshalb wieder zurück zu den Fisch-Klassikern.

Vitaminreiche Kost für schlaue Köpfe
Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ rät Eltern, ein bis zweimal pro Woche Fisch zu servieren. Je nördlicher der Wohnsitz in Deutschland, desto häufiger gelingt das auch – denn dort wird deutlich lieber Fisch gegessen. Während er an der Küste fast täglich dazu gehört, greifen Süddeutsche lieber zu Fleischgerichten. Dabei steckt in Fisch so viel Gutes für Körper und Geist. Er enthält Vitamin D, das Kinder für das Knochenwachstum brauchen und das ihr Immunsystem stärkt. Wichtig für die Blutbildung ist das Vitamin B12. Der menschliche Körper bildet es nicht selbst. In Fisch ist das Vitamin reichlich vorhanden. Seefisch enthält außerdem viel Jod, das unsere Schilddrüse braucht.

Besonders gut für Kinder sind Omega-3-Fettsäuren. Das sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die die Entwicklung des Gehirns unterstützen und die Sehkraft stärken. Vereinfacht gesagt, macht Fisch Kinder klüger, aufmerksamer, wortgewandter und resistenter gegen Krankheiten. Wer von Kindesbeinen an viel Fisch zu sich nimmt, hat ein geringeres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Fisch ist damit ein Superfood, das unbedingt in den Wochenspeiseplan der Familie gehört.

Pangasius: Fischgenuss zu einem bedenklichen Preis
Was aber tun, wenn die Kinder keinen Fisch essen wollen? Viele Eltern greifen im Supermarkt bei Pangasius zu – auch Großküchen hatten ihn lange Zeit auf dem Speiseplan. Der Fisch stammt überwiegend aus dem Mekong-Delta im Süden Vietnams. Sein wohlklingender Name macht neugierig und bringt fernöstliche Exotik auf den Teller. Geschmacklich ist er mild und die Filets haben keine Gräten. Ein idealer Fisch für kleine Fischverweigerer!

Doch Pangasius enthält zu oft zu viele Mediakmente, weil er in überfüllten Aquakulturen gezüchtet wird. Die Züchter müssen Medikamente einsetzen, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Die Antibiotika gelangen in das Trinkwasser der Einheimischen und in das Essen der Verbraucher. Das ist weder gesund noch nachhaltig.

Hering und Makrele: gute Fette und umweltbewusst
Wie können Eltern ihren Kindern etwas Gutes tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Zu den Grundregeln gehört inzwischen, beim Kauf auf das „MSC“-Qualitätssiegel (Marine Stewardship Council) zu achten, das für umweltverträgliche Fangmethoden steht. Bei Fisch aus Aquakulturen ist „Bio“ eine gute Wahl. Besonders viel Omega-3-Fettsäuren stecken in fetten Fischarten aus dem Meer. Je nach Aufzucht und Herkunft sowie nach Fangsaison schwankt dabei der Fettsäureanteil.

Die Lebensmittelindustrie unterteilt Fische in Fettfische, mittelfette Fische und fettarme Sorten. Fettreiche Fische haben mehr als zehn Prozent Fett,
mittelfette zwischen einem und zehn Prozent, magere Arten deutlich unter einem Prozent Fettanteil.

Viele gesunde Fettsäuren sind enthalten in:

  • Makrele
  • Hering
  • Lachs
  • Thunfisch
  • Sardine

Diese Fischarten enthalten ebenfalls eine hohe Konzentration an Vitamin D. Mit Hilfe von Sonnenlicht bildet der Körper dieses Vitamin zwar selbst. In den lichtärmeren Herbst- und Wintermonaten ist Fettfisch aber eine wertvolle Alternative, um für ausreichend Vitamin D zu sorgen.

Tipps und Tricks: So essen Kinder gerne Fisch
Ein bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, ist für Kinder kein Problem. Schließlich gibt es Fischstäbchen. Das Lieblingsessen besteht meistens aus Seelachs. Als magerer Fisch enthält er allerdings nur wenige gute Fettsäuren. Makrele oder Hering haben für kleine Feinschmecker oft einen
zu strengen Geruch und Geschmack. Beliebter ist da Lachs, der mild schmeckt und hat eine schöne rosa Farbe, besonders der deutlich teurere aus der Zucht. Bei Kindern isst das Auge mit, also ist der Lachs im dekorativen Blätterteigmantel besonders beliebt. Auch unter einer knusprigen Kruste lässt sich Fisch gut verstecken. Pürieren Sie doch auch mal Räucherlachs mit Kräutern, Zitrone und Frischkäse und zaubern Sie einen Dip für Baguette. Ihre Kinder mögen es gerne bunt? Dann servieren Sie gegrillte Gemüse-Fisch-Spieße. Bereiten Sie eine farbenfrohe Mischung aus gedünstetem Fisch, Lauch, Möhren und Paprika im Wok zu. Das sieht toll aus und schmeckt mit Sojasoße wunderbar würzig.

Eine positive und entspannte Atmosphäre bei Tisch hilft, dass die Kleinen sich lieber an Fischgerichte heranwagen. Drängen oder eine süße Belohnung wirken dagegen selten. Das Vorbild der Eltern spielt eine entscheidende Rolle, ob Kinder Fisch mögen. Essen Mama und Papa gerne Fisch, wird er den Kindern irgendwann auch schmecken. Ihre Kinder schmollen trotzdem, wenn es Fisch gibt? Dann bereiten Sie Ihnen einfach öfters mal ein Müsli aus Haferflocken, Leinsamen und Walnüssen. Darin stecken ebenfalls viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren, ganz ohne Fischgeschmack!

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