Helau und Alaaf: Die Berliner kommen!

vitesca - Berliner Ballen oder Krapfen?

Zur Karnevalszeit werden in unserer Region traditionell Berliner Ballen verspeist, am liebsten gefüllt mit roter Marmelade. In anderen Teilen Deutschlands gibt es da ganz andere Vorlieben. Oder etwa nicht? Wir haben uns mal umgeschaut.

Karneval, Fasching oder Fastnacht – je nach Region heißen die tollen Tage anders. Und auch bei den traditionellen Leckereien gibt es Unterschiede. So werden mancherorts Berliner Ballen gegessen, andernorts Krapfen oder Kreppel. Doch Moment mal – wird da wirklich etwas Unterschiedliches gegessen?

Nein, eigentlich nicht. Bei Berliner Ballen, Krapfen, Kreppel oder auch einfach Pfannkuchen handelt es sich immer um einen süßen Hefeteig, etwa faustgroß, der in siedendem Fett gebacken wurde und mit süßer Marmelade gefüllt ist.

Dass die sprachliche Bezeichnung variiert, während die Speise immer die gleiche ist, hängt mit dem christlichen Hintergrund und dem Brauchtum zusammen. Die bunten oder auch tollen Tage markieren die letzten Tage vor Beginn der sechswöchigen Fastenzeit, die im christlichen Europa seit Jahrhunderten zelebriert wird.

Bevor gefastet wurde und vor allem tierische Lebensmittel nicht mehr erlaubt waren, wurden häufig noch Schweine oder Hühner geschlachtet, um noch einmal richtig zu schlemmen. Dabei musste natürlich auch das Fett verwertet werden und es bot sich an, in Fett oder Schmalz gebackene Süßspeisen zu servieren.

Und während sich im Süden Deutschlands die Bezeichnung „Krapfen“ durchsetzte, schwappte von Preußen bis ins Rheinland die Bezeichnung „Berliner“ bzw. „Berliner Ballen“ herüber. Nur die Berliner selbst sagen „Pfannkuchen“. Von Hessen bis nach Schlesien ist hingegen der „Kreppel“ bekannt.

Regionale Unterschiede gibt es übrigens auch bei der Füllung: Während im Norden meist Erdbeer- oder Himbeermarmelade verwendet wird, greifen die Süddeutschen und Österreicher lieber zu gelber Marillenmarmelade. In Ostdeutschland besteht die Füllung oft aus Pflaumenmus, im Südwesten Deutschlands aus Hagebuttenmark (Hiffenmark).

Längst gibt es natürlich auch Alternativen wie Vanillecreme, Eierlikör oder Schokoladencreme. In Berlin und in Hessen soll es sogar vereinzelte Pfannkuchen mit Senffüllung geben – natürlich ohne Extra-Kennzeichnung, damit die Überraschung größer ist. Und wer will sich schon als humorlos outen und beim Bäcker meckern?

Also fürs Protokoll: Der Name ändert sich je nach Region, genau wie die Füllung. Aber im Grunde essen alle das gleiche – und das schon seit Jahrhunderten. Und ganz unpraktisch sind Berliner & Co. zur Karnevalszeit ja nicht: Wer stundenlang wartet, bis „d’r Zoch kütt“, ist sicher froh, etwas Leckeres und Sättigendes im Magen zu haben. Und über Vitamine oder Nährwerte sprechen wir ausnahmsweise mal lieber nicht. Bald ist ja wieder Fastenzeit.

Übrigens: Auch vitesca ist am Rosenmontag nicht ganz so streng und serviert – zwar keine Berliner – aber genauso süß und lecker: Kaiserschmarrn mit Apfelmus, beides in Bio-Qualität.

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