Simon vom Simonshöfchen: Wie der Pinguin zu vitesca kam

Der wohl ungewöhnlichste Mitarbeiter von vitesca empfängt Besucher im ersten Stock, auf dem Weg in die Büros. Ganz unaufdringlich steht er da, in seiner Koch-Kluft, freundlich lächelnd, stets stumm. Gestatten: Simon vom Simonshöfchen. Die lange Nase, der dralle Körper und die Krallen verraten schnell, dass Simon ein Pinguin ist. Ein Pinguin? Was hat der bloß bei vitesca zu suchen?

Wer aus Wuppertal kommt, kann die Frage leicht beantworten, ist Simon doch nicht der einzige seiner Art. 2006 hat die Stadt nämlich ihren Zoo gefeiert, riesengroß, wie es sich für die einzigartige Anlage und ihr 125-jähriges Bestehen gebührt. Wobei das Herzstück und der ganze Stolz des Zoos die Königspinguine sind. Also durften Wuppertaler Firmen und Organisationen zum Jubiläum insgesamt 200 weiße, nackte Pinguin-Rohlinge adoptieren und ihnen in aller künstlerischen Freiheit mit Farbe Leben einhauchen. Die bunten Vögel bevölkern seitdem die ganze Stadt, darunter niedliche und grimmige, verspielte und seriöse, manche im Sport- oder Berufsdress.

„Für uns kam nichts anderes in Frage als ein Koch-Pinguin“, erinnert sich Senior-Chefin Karin Reimann, die Simon damals von Geburt an begleitete. Da man sich bei vitesca besser aufs Kochen als aufs Malen versteht, wurden für den künstlerischen Part die Dortmunder Graffiti-Künstler von „More than words“ hinzugezogen, die dem Pinguin die Küchenkluft anzogen – und ihn dann noch wetterfest versiegelten. Reimann: „Nur eine Kochmütze konnten wir leider nicht realisieren, dafür hätte der Rohling eine Sonderanfertigung sein müssen.“

Am 19. August bekam die Stadt dann ein einzigartiges Spektakel zu sehen: Alle 200 Pinguine wurden wie zu Karneval in einem Umzug präsentiert, zehntausende Schaulustige säumten die Straßen. Wuppertal feierte seinen Zoo, sich selbst und seine Vielfalt, die durch die schrillen Vögel ein Symbol gefunden hatte.

Simon vom Simonshöfchen hatte anschließend sogar noch einige weitere Auftritte, neben dem Zoo-Stadion oder auf der Bühne beim Stadtteilfest. Die meiste Zeit aber ließ er es ruhiger angehen und stand im kleinen Park an der Vohwinkeler Schwebebahn-Haltestelle, stoisch, freundlich lächelnd, bei Sonne, Wind und Regen, den französisch anmutenden Schnurrbart immer sauber gezwirbelt. „Ein echter Hingucker“, findet Karin Reimann, die den tierischen Mitarbeiter im Laufe der Jahre lieb gewonnen hat. So wie viele in der Stadt und in der Belegschaft.

Deshalb ist Simon nun befördert worden. Zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum hat er einen frischen Anstrich erhalten, nebst neuem vitesca-Logo und einem grasgrünem Sockel. Seitdem darf er im Trockenen stehen und versprüht seinen Charme im ersten Stock, wo er die Besucher begrüßt.

 

Der vitesca-Star mit der langen Nase

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