Backen mit Kindern: Auf die Plätzchen, fertig, los!

Weihnachten: Backen mit Kindern

„In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei…“. Einmal im Jahr muss es einfach raus. Dann klingt selbst der Kinderlied-Klassiker kein bisschen anstrengend, sondern irgendwie beschwingend. Dann werden Plätzchenrezepte gewälzt, Vanilleschoten, Marzipanrohmasse und Kuvertüre landen im Einkaufswagen und in der Küche sieht es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Familien mit kleinen Kindern wissen: Plätzchen backen macht Riesenspaß. Aber vor allem macht es Arbeit. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung. Wer erst loslegt, wenn alle Backzutaten bereit stehen, kann in einem Schwung durcharbeiten und erspart sich zwischendurch lästiges Suchen.

Ideal für das Backen mit Kindern sind Plätzchen aus einem Mürbeteig. Der lässt sich schnell herstellen und muss ordentlich durchgeknetet werden – eine Aufgabe, der sich die kleinen Bäcker mit großer Hingabe widmen dürfen. Sind die Kinder noch klein, ist es besser, sie an einem niedrigen Tisch arbeiten zu lassen, statt auf einem Stuhl an der Arbeitsfläche. Beim anschließenden Ausrollen und Ausstechen (eine große Auswahl an Förmchen ist ganz wichtig) werden zudem die motorischen Fähigkeiten der Kinder geschult. Kreativ wird es beim Verzieren der Plätzchen, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zuckerguss, bunte Streusel und natürlich Schokolade. Und, mal ehrlich: Welche Tante, welcher Opa schmilzt nicht dahin, wenn der Nachwuchs zu Weihnachten stolz die selbstgemachten und hübsch verpackten Plätzchen präsentiert?

Backen in der Weihnachtszeit lässt viele Erwachsene selbst zum Kind werden und oft sind es traditionelle Rezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und die zu Weihnachten einfach nicht fehlen dürfen. Beispielhaft sei hier die Geschichte der Familie Meyer erzählt. Oma Josefa, ihres Zeichens eine große Naschkatze, hatte noch in ihrer Schulzeit Anfang der 1930er Jahre das Rezept für Honigprinten in ihr Kochbuch geschrieben. In säuberlicher Sütterlinschrift steht dort: 300 Gramm Honig, 100 Gramm Zucker, 1 Teelöffel Spekulatiusgewürz, 625 Gramm Mehl, etwas Zitronensaft, 10 Gramm Natron, 1 Päckchen Backpulver und 50 Gramm Printengewürz zu einem Teig mischen und zu Printen formen. Angaben zu Backzeit und Backtemperatur hat Oma Josefa aber nicht gemacht. Für ihren Kohleherd brauchte sie die auch nicht. Da waren Gefühl und Augenmaß gefragt. Nachfolgende Generationen halten es häufig genauso, obwohl sie längst im Besitz eines Elektroherds sind – jeder vertraut auf sein eigenes Gefühl. Und das ist durchaus sinnvoll, auch wenn es klare Angaben in einem Rezept gibt. Denn Backtemperatur und -zeiten sind nur Richtwerte, jeder Ofen reagiert anders.

Nicht minder beliebt sind in der Vorweihnachtszeit neben Plätzchen und Printen die süßen Christstollen. Viele Leckermäuler schwören darauf, dass die besten Stollen aus Sachsen, besser noch aus Dresden, kommen. Das ist kein Zufall, schon im 15. Jahrhundert wird der Stollen in den Urkunden des sächsischen Hofes erwähnt. In Dresden heißt er allerdings Striezel und steht Pate für einen der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands, dem Dresdener Strietzelmarkt. Dort hat er übrigens auch den Beinamen „königliches Gebäck“. August der Starke ließ sich im 18. Jahrhundert einen 1,8 Tonnen schweren Riesenstollen backen – rund 100 Bäcker und Gesellen arbeiteten daran und bis heute wird mit dem Stollenfest am 2. Advent daran erinnert. Es gibt ehrgeizige Hobbybäcker, die sich in der heimischen Küche selbst an einem Stollen nach Dresdener Art versuchen. Ein „echter“ Dresdner Christstollen wird das aber nur in den seltensten Fällen. Denn so darf das Gebäck nur genannt werden, wenn es auch aus dem Großraum Dresden stammt. Dafür hat der Schutzverband Dresdner Stollen gesorgt.

Wer nicht den Ehrgeiz hat, sich an einem Stollen zu versuchen, widmet sich vielleicht lieber einem Lebkuchenhaus. Das kann man in mühevoller, äh liebevoller Kleinarbeit selbst herstellen. Oder man kauft sich einen fertigen Bausatz und geht gleich ans Verzieren. Im Einzelhandel gibt es die unterschiedlichsten Modelle, von Typ Zelt bis hin zur Luxus-Lebkuchenvilla. Während die einen dezent mit weißem Zuckerguss für Schnee auf dem Gebäckdach sorgen, erinnern andere Häuser eher an eine explodierte Süßwarenabteilung. Das Schöne: Jeder Bauherr hat es selbst in der Hand und auch die Kleinsten können schon mitmachen.

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Kommentare

  1. Antworten

    Ich finde „Ausstecherle“ sind die schlimmsten Plätzchen zum backen mit Kindern.
    Meistens dauert es ewig und man muss ständig zwischenkühlen während man für alle 3 Kinder dauernd den Teig neu ausrollen muss. Da lobe ich mir Kekse ohne ausstechen. Spart mir jedes Jahr viele Nerven.

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