Neue Studie belegt: Bessere Ernährung macht Kinder glücklicher

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Erste Hinweise sind schon lange bekannt, nun gibt es handfeste Belege: Kinder profitieren von gesunder Ernährung nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Forscher der Uni Göteborg haben jetzt die Ergebnisse einer groß angelegten Studie veröffentlicht, wonach sich bei Kindern innerhalb von zwei Jahren das Selbstwertgefühl sowie die Beziehung zu Eltern und Gleichaltrigen verbessert hat, wenn sie tendenziell einige Ernährungsregeln befolgt haben. Dazu gehört, reichlich Obst und Gemüse sowie regelmäßig Fisch und Vollkornbrot zu essen, gleichzeitig möglichst auf raffinierten Zucker und gesättigte Fette zu verzichten.

Für die Studie, deren Ergebnisse jetzt im Fachmagazin BMC Public Health erschienen sind, wurden insgesamt mehr als 7600 Kinder zwischen 2 und 9 Jahren in acht europäischen Ländern untersucht, darunter auch in Deutschland. Im Abstand von zwei Jahren wurden die körperliche Fitness, die psychische Verfassung sowie die Essgewohnheiten erfasst. Dazu machten die Eltern Angaben über 43 ausgewählte Lebensmittel und wie häufig diese in den vergangenen vier Wochen von ihrem Kind verzehrt wurden. Zu Beginn der Studie wurden den Eltern die Ernährungsratschläge an die Hand gegeben. Gleichzeitig gab es eine etwa gleich große Kontrollgruppe, die ihre Ernährung nicht veränderte.

Dadurch konnte die Studie zeigen, dass der Zusammenhang sogar in beide Richtungen existiert: Gute Ernährung stärkt die Psyche. Glückliche Kinder ernähren sich umgekehrt aber auch besser. Im besten Fall, so merken die Forscher an, kann dadurch mit einer Ernährungsumstellung sogar eine Aufwärtsspirale in Gang gesetzt werden.  Gleichzeitig bestätigen die Erkenntnisse, was aus der Erwachsenenwelt schon bekannt ist. So vernachlässigen zum Beispiel Patienten mit Depressionen häufig ihre Ernährung und greifen vermehrt zu Süßem und Fettigem, weil sie das als tröstlich empfinden.

Durch die große Zahl der Teilnehmer erlaubt die schwedische Studie sogar weiter gehende Rückschlüsse. So gibt sie Hinweise darauf, welche Nährstoffe sich auf welche psychologische Themen auswirken. So profitierten Kinder, die vermehrt Vollkorn aßen, von besseren Beziehungen. Wer sich beim Fisch an die Regeln hielt, hatte nach zwei Jahren oft noch auch ein besseres Selbstwertgefühl. Obst und Gemüse wirkten sich gleich auf alle Bereiche des Lebens positiv aus.

Ein weiterer, ermutigender Aspekt der Studie ist, dass es keine Rolle spielte, welche körperlichen Voraussetzungen die Kinder mitbrachten. So sind die positiven, psychologischen Effekte bei Kindern mit Übergewicht genauso stark ausgeprägt. Oft leiden diese Kinder nämlich besonders unter Hänseleien oder Einsamkeit aufgrund ihrer Figur.

Wie genau die Zusammenhänge zustande kommen war nicht Gegenstand der Studie. Trotzdem deuten die Forscher an, dass einzelne Nährstoffe wahrscheinlich eine große Rolle dabei spielen, wie etwa die Omega-3-Fettsäuren, die im Fisch stecken. Außerdem wirkt sich Ernährung natürlich auch indirekt auf die Psyche aus, etwa indem sie die Zahngesundheit oder den Schlaf beeinflusst, die wichtig für das Wohlbefinden sind.

Neu an der Studie war auch, dass erstmals im großen Umfang an Kindern nicht auf ungesunde Verhaltensweisen und deren Folgen geschaut wurde, sondern umgekehrt gezielt auf gesundheitsfördernde Ernährung. Auch die hohe Zahl der einbezogenen Lebensmitteln gibt der Studie zusätzliches Gewicht.

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