Reis – ein weites Feld

Reis Sorten

In vielen asiatischen Ländern sind die Wörter für „Reis“ und „Essen“ identisch. Kein Wunder, denn Reis ist in Asien das wichtigste Grundnahrungsmittel überhaupt. Doch während Chinesen durchschnittlich 90 Kilogramm Reis pro Jahr essen, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland gerade einmal bei drei Kilogramm. Vielen ist der Geschmack zu langweilig und Reis wird mit viel Soße ertränkt. Zu Unrecht, denn die kleinen Körnchen sind besonders vielfältig. Weltweit finden sich über 100.000 verschiedene Reissorten, mit vielfältigen Geschmacksnuancen und Inhaltsstoffen. Wir zeigen wo das Grundnahrungsmittel herkommt und stellen die wichtigsten Sorten vor.

Herkunft: Von Asien in die ganze Welt
Reis ist ein Getreide und wird schon seit über 7000 Jahren in Südostasien kultiviert. Seine Ursprünge liegen in den Deltas der Flüsse Ganges, Yangtze, Euphrat und Tigris. Noch heute ist Südostasien Hauptanbaugebiet, da das feuchtwarme Klima für die Kultivierung von Reis ideal ist. Mehr als 95% der weltweiten Reisernte stammt aus Südostasien, Indien und China. Entgegen der Vermutung ist nicht China Exportweltmeister, sondern Thailand. Die essbaren Reiskörner werden aus der Reispflanze (Oryza sativa) gewonnen. Damit der Reis optimal gedeiht, ist vor allem viel Wasser notwendig. Dabei werden pro Kilogramm Reis bis zu 5000 Liter Wasser benötigt. Auf den gefluteten Feldern ist die Pflanze gut vor Unkraut und Schädlingen geschützt.

Basmati-Reis: Korn aus dem Himalaya
Das Wort Basmati kommt aus dem Hindi und bedeutet „Duft“. So wird der Basmati-Reis häufig auch Duftreis genannt. Gekocht riecht er sehr aromatisch und entfaltet ein nussiges Aroma. In Asien ist der Basmati-Reis deshalb eine gute Ergänzung zu kräftigen Currygerichten. Angebaut wird die Reissorte überwiegend in Indien und Pakistan, am Fuße des Himalaya.

Jasmin Reis: Einzigartiger Duft
Wie Basmati ist auch die Sorte Jasmin-Reis ein Langkornreis. Die Körner sind etwas kleiner, verfügen jedoch ebenfalls über ein leicht süßliches Aroma. Aufgrund dieser Eigenschaft wird Jasmin-Reis ebenfalls Duftreis genannt. Die Sorte ist besonders beliebt in der thailändischen Küche, da sie etwas klebt und dadurch leichter mit Stäbchen zu essen ist. Jasmin-Reis wird überwiegend in Thailand angebaut und von dort in die
ganze Welt geliefert.

Milchreis: beliebte Nachspeise
Der Rundkornreis wird traditionell etwa eine halbe Stunde in Milch gegart. Dadurch lösen sich Stärkemoleküle und verdicken die Milch zu einem Brei. In vielen europäischen Ländern ist gezuckerter Milchreis
als Nachspeise beliebt. Angeblich ist Milchreis ein Rezept aus Italien und wurde dort als Hauptmahlzeit zubereitet. Von seiner Konsistenz erinnert gekochter Milchreis an eine andere beliebte Speise aus Italien, dem Risotto-Reis. Auch er ist ein besonders stärkehaltiger Reis, der nach dem Kochen sowohl cremig als auch bissfest ist.

Naturreis: Knackig im Geschmack
Im Gegensatz zu anderen Reissorten wird der Naturreis nach der Ernte nicht geschält. Diese Sorte ist somit ein Vollkornreis, das noch Silberhäutchen und Keimling besitzt. Viele wertvolle Inhaltsstoffe sitzen in der Schale und bleiben beim Naturreis erhalten. Zum Kochen braucht man jedoch mehr Wasser als bei geschältem Reis. Auch muss Naturreis länger im Kochtopf garen. Geschmacklich ist er kräftiger und hat mehr Biss als weißer Reis.

Roter und schwarzer Reis: Delikatesse der mediteranen Küche
In den letzten Jahren entdeckten Feinschmecker den roten Reis. Ursprünglich stammt er aus Indien und wird seit etwa 30 Jahren in der französischen Camargue angebaut. Seine rote Farbe verdankt er tonhaltiger Erde, auf der er wächst. Sein kräftiger Geschmack macht den roten Reis zu einer besonderen Spezialiät. In der italienischen Küche findet man mittlerweile auch schwarzen Reis. Dieser Vollkornreis stammt ursprünglich aus China und durfte nur vom Kaiser verzehrt werden. Die schwarze Farbe erreicht man nicht durch Einfärben, sondern ist eine natürliche Eigenart der Reissorte.

Parboiled Reis: Vitamine dank Druckverfahren
In den meisten deutschen Küchen findet sich Parboiled Reis. Die leicht gelblichen und stumpfen Körner sind keine eigene Reissorte, sondern das Produkt des Parboiling-Verfahrens. Das Reiskorn wird zunächst in Wasser eingeweicht und anschließend mit Dampf und Druck behandelt. Die Vitamine und Mineralstoffe gelangen dadurch in das Innere des Reiskorns und bleiben beim Abschleifen des Silberhäutchens erhalten. Auch der Stärkegehalt des Reiskorns wird durch das Verfahren verändert und der Reis bleibt beim Kochen lockerer.

Inhaltsstoffe: gesund und leicht verdaulich
Ganz gleich, welche Sorte: Reis besteht zum größten Teil aus Kohlenhydraten. Ebenfalls enthalten sind Wasser, Eiweiß sowie Ballast- und Mineralstoffe. Durch seinen hohen Gehalt an Kalium wirkt Reis leicht entwässernd. Die Nährwerte variieren jedoch je nach Sorte. Hat Naturreis je 100 Gramm 2,9 Gramm Fett, so liegt der Fettgehalt bei Basmatireis bei 0,9 Gramm. Der ungeschälte Naturreis hat jedoch einen
höheren Vitamin- und Ballaststoffgehalt als polierter Reis. Allgemein ist Reis leicht bekömmlich und in der Küche besonders variabel einsetzbar: Als Sushi, Paella, Risotto oder bei asiatischen Currygerichten
spielt er längst die Hauptrolle.

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